700 Mathematiker aus aller Welt auf dem Campus

Größte Mathematik-Konferenz im deutschsprachigen Raum: Wissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse

(Mainz, 9. Juni 2005) Mehr als 700 Mathematikerinnen und Mathematiker nehmen an der gemeinsamen Tagung der American Mathematical Society (AMS), der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) und der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft (ÖMG) vom 16. bis 19. Juni an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz teil. "Diese Tagung wird die größte Mathematik-Konferenz im deutschsprachigen Raum im Jahr 2005 sein", erklärt Univ.-Prof. Dr. Volker Bach vom Institut für Mathematik der Johannes Gutenberg-Universität, "neben vielen Mathematikerinnen und Mathematikern aus den USA, Deutschland und Österreich zieht das attraktive Tagungsprogramm auch viele Teilnehmer aus den europäischen Nachbarländern und den anderen Kontinenten an."

Eine Hälfte des Tagungsprogramms besteht aus sechs Plenarvorträgen, in denen weltbekannte und herausragende Mathematikerinnen und Mathematiker ihre Forschungsergebnisse vorstellen werden. Die Plenarvorträge behandeln einerseits angewandte Fragen die sich aus der theoretischen Physik, der Bildverarbeitung mit dem Computer oder auch statistischen Problemen ergeben; andererseits werden abstrakte Probleme der Algebra, Zahlentheorie und Geometrie diskutiert. Der Vortrag zur Geometrie steht in direktem Zusammenhang mit einem der sieben "Millenium"-Preisprobleme, für deren Lösung das Clay Mathematical Institute in Boston vor fünf Jahren jeweils eine Million Dollar Preisgeld ausgelobt hat.

Die andere Hälfte des Tagungsprogramms besteht aus über 30 parallelen Spezialsektionen, die das gesamte Spektrum moderner Mathematik abdecken. Hier können die Teilnehmer aus jeweils 17 gleichzeitig stattfindenden Vorträgen den für sie interessantesten auswählen. Im Gegensatz zu den Plenarvorträgen sind diese Vorträge jeweils an das engere wissenschaftliche Umfeld des behandelten Themenkreises gerichtet und entsprechend stärker spezialisiert.

Die AMS zählt über 30.000 Personen und über 540 Institutionen zu ihren Mitgliedern. Die Herkunft beschränkt sich dabei nicht auf die USA, vielmehr hat die AMS überall in der Welt Mitglieder. Sie organisiert viele nationale und internationale Konferenzen, sponsert und vergibt über 20 Preise und betreibt einen der mathematisch weltweit wichtigsten Verlage. Die Aufgaben und Ziele der DMV und der ÖMG sind ähnlich; sie wurden 1890 bzw. 1903 gegründet und zählen über 3.500 bzw. 530 Mitglieder. Die DMV veranstaltet jedes Jahr (2005 in Klagenfurt) eine Jahrestagung (alle vier Jahre gemeinsam mit der ÖMG), die eine Momentaufnahme der mathematischen Forschung in Deutschland und Österreich bietet.

Alle drei Verbände fungieren in vielfältigen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens in den USA, Deutschland und Österreich als Interessenvertretung der Mathematikerinnen und Mathematiker. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt zwar im Bereich Hochschule, es gibt jedoch viele Mitglieder aus dem Bereich Schule, der Wirtschaft und der Industrie. Dementsprechend verstehen sich alle drei Verbände insbesondere auch als Bindeglied zwischen Schule und Hochschule einerseits und zwischen Wirtschaft, Industrie und Hochschule andererseits.

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung findet am Freitag, 17. Juni, von 8.30 bis 9.30 Uhr im Hörsaal RW 1 im Haus Recht und Wirtschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt. Im Anschluss wird um 10.00 Uhr eine Pressekonferenz im Hörsaal RW 5 ebenfalls im Haus Recht und Wirtschaft stattfinden.