"Wieviel Hirn hat ein Computer?"

Universität im Rathaus Zukunft made in Mainz. 2004 - Jahr der Technik

Veranstalter: Johannes Gutenberg-Universität Mainz - Stadt Mainz - Volkshochschule Mainz

Referent: Univ.-Prof. Dr. Jürgen Perl Institut für Informatik

Thema: Wieviel Hirn hat ein Computer? Einblicke in das Forschungsgebiet „Künstliche Intelligenz“.

Termin: Dienstag, 1. März 2005, um 20 Uhr im Rathaus der Stadt Mainz, Ratssaal

Künstliche Intelligenz – das ist ein Begriff, von dem eine große Faszination ausgeht, der aber auch mit Ängsten verbunden ist.

Zwar ist die Informatik nach wie vor weit davon entfernt, die menschliche Intelligenz in ihrer Gesamtheit nachzuahmen, dennoch hat sich unter dem Sammelbegriff "Künstliche Intelligenz" eine Reihe von verschiedenen Forschungsgebieten etabliert. Dazu gehören z.B. Software-Systeme mit Lernfähigkeit, Systeme zur Sprach- oder Bilderkennung oder auch der immer aktueller werdende Bereich der Robotik. Dabei werden unterschiedliche Methoden verwendet, etwa Regelbasierte Expertensysteme, Fuzzy-Logik und Reinforcement Learning, aber auch direkt von der Biologie inspirierte Ansätze wie Evolutionäre Algorithmen und Künstliche Neuronale Netze.

Prof. Perl zeigt exemplarisch einen Ausschnitt der vielfältigen Forschungsaktivitäten; ein Schwerpunkt liegt dabei auf den unterschiedlichen Projekten, die am Institut für Informatik der Johannes Gutenberg-Universität betrieben werden.

Dazu gehören neuere Ansätze zu Neuronalen Netzen und verschiedene Einsatzgebiete, zum Beispiel im Bereich der Sportinformatik. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Robotik und auch das höchst aktuelle Forschungsfeld der Multi-Agenten-Systeme. Solche Systeme finden sich nicht nur in Science-Fiction-Bestsellern, sondern auch schon ganz real auf dem RoboCup, der Weltmeisterschaft im Roboter-Fußball, die sportliche Herausforderung mit KI-Forschung auf höchstem Niveau vereinigt.

Der Referent

  1. geboren; 1971 Promotion in Mathematik an der FU Berlin; 1974 Habilitation in Informatik an der TU Berlin; 1975 Professur für Angewandte Mathematik und Informatik an der Universität Osnabrück; 1984 Professur für Angewandte Informatik am Fachbereich Mathematik und Informatik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen neben Software-Entwicklung und Modellbildung speziell die interdisziplinären Schwerpunkte Medizin- und Sportinformatik. Sein zentraler methodisch-konzeptioneller Anspruch besteht in der unmittelbaren Verknüpfung von theoretischem Ansatz und praktischer Umsetzung. Aktivitäten im Bereich Sportinformatik: 1989 Gründung einer zweijährigen nationalen Workshop-Reihe; 1995 Einrichtung einer Sektion in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft; 1997 Gründung einer zweijährigen internationalen Symposiums-Reihe; 2002 Gründung des e-Journals IJCSS (International Journal of Computer Science in Sport), Editor seit 2002; 2003 Gründung der Gesellschaft IACSS (International Association of Computer Science in Sport), Gründungs-Präsident.