Auf der Suche nach der Weltformel

Von Andres Reyes, Physik-Student aus Kolumbien

Physik habe ich in meinem Heimatland – Kolumbien – studiert. Zwischen meiner Universität „Universidad de los Andes“ und der Johannes Gutenberg-Universität
gibt es ein Austauschprogramm für Studenten. Das hat mir den Kontakt zur Arbeitsgruppe„Theoretische Elementarteilchenphysik“ ermöglicht.

Seit über zwei Jahren bin ich nun in Mainz und arbeite an meiner Doktorarbeit. Ich habe hier in Mainz nicht nur meine Arbeit an der Universität durchgeführt,
sondern auch eine neue Kultur und viele tolle Menschen aus ganz verschiedenen Orten kennen gelernt, was meinen Aufenthalt sehr interessant und lehrreich macht.
An der Universität Mainz arbeite ich in der Abteilung „Theoretische Elementarteilchenphysik“, in der man sich für die Physik hoher Energien interessiert. Experimentell wird diese Physik an Teilchenbeschleunigern durchgeführt. Dort werden Teilchen (wie etwa das Proton) zu sehr großen Geschwindigkeiten geführt. Diese stoßen dann mit anderen, sich genauso schnell bewegenden Teilchen zusammen. Aus diesen Kollisionen kann man vieles über die Struktur der Raumzeit lernen und auch über die Bausteine
der Materie.

Die dazu gehörigen Theorien werden in unserer Arbeitsgruppe intensiv studiert.Einige der Doktoranden in unserer Arbeitgruppe beschäftigen sich mit der genaueren Berechnung der Vorhersagen der Theorie. Die Resultate dieser Rechnungen können dann mit den Ergebnissen der oben genannten Experimente verglichen werden. Einige
solche Rechnungen sind so kompliziert, dass sie nur mit Hilfe von Computern durchgeführt werden können. Deswegen ist es wichtig, Methoden zu entwickeln, die diese vom Computer unterstützten Rechnungen vereinfachen bzw. ermöglichen.

Weitere Themen, die in unserer Arbeitsgruppe behandelt werden, haben mehr mit den theoretischen Grundlagen zu tun. Dabei muss man oft zu den neuesten Entwicklungen
der Mathematik greifen. Viele interessante Ideen werden hier diskutiert und entwickelt.

März 2005