Warum ist der Himmel blau?

Von Nele Hock, Meteorologie-Studentin

Warum ist der Himmel blau? Warum gibt es Wolken? Warum regnet oder schneit es?

Das sind Fragen, die sich viele Kinder stellen. So auch ich. Aus diesem Grund habe ich mich nach dem Abitur zu einem Meteorologiestudium hier in Mainz entschlossen.
Mein Name ist Nele Hock, ich bin 27 Jahre alt und schreibe gerade an meiner Doktorarbeit in der Abteilung Wolkenphysik und -chemie am Max-Planck-Institut (MPI) für Chemie.

Die Abteilung Wolkenphysik und -chemie bietet Wissenschaftlern (und denen, die es noch werden wollen) eine Vielzahl interessanter, abwechslungsreicher und anspruchsvoller Möglichkeiten, in den verschiedenen Gebieten der Wolken- und Atmosphärenforschung zu arbeiten. Dazu gehören die Experimente im Windkanal,
die Erforschung der oberen Troposphäre/unteren Stratosphäre und die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der atmosphärischen Partikel.

Der Mainzer vertikale Windkanal gehört zum Institut für Physik der Atmosphäre. In einem Windkanal wird eine Luftströmung erzeugt, um atmosphärische Verhältnisse
möglichst genau zu simulieren. Damit man z. B. einen Tropfen beobachten kann, durchströmt die Luft den Windkanal von unten nach oben. Es kann nun die Schadstoffaufnahme von Tropfen untersucht werden, indem der zu untersuchende Schadstoff der Luftströmung zugesetzt wird. Die Temperatur der Luftströmung kann ebenfalls reguliert werden, so dass auch Gefrierprozesse untersucht werden können.

Ich selbst arbeite mit einem Aerosolmassenspektrometer. Mit diesem Gerät lassen sich sowohl die chemische Zusammensetzung der atmosphärischen Partikel als auch
deren Größe untersuchen. Zu der wissenschaftlichen Arbeit gehört neben den Messungen im Labor auch der Einsatz unter „realen“ Bedingungen. So haben wir mit
diesem Gerät bereits an mehreren Messkampagnen teilgenommen, z. B. auf dem Berggipfel des Arekustan in Schweden oder auf dem Hohenpeißenberg in Bayern. Des Weiteren wurde das Aerosolmassenspektrometer zum Einsatz im Forschungsflugzeug FALCON des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) modifiziert
und vor kurzem zum ersten Mal bis in ca. 11 km Höhe geflogen. Außerdem arbeiten wir mit der Automobilindustrie zusammen, mit deren Wissenschaftlern wir die chemische Zusammensetzung der Abgaspartikel bei Dieselfahrzeugen untersuchen.

Da unsere Abteilung erst seit etwa 2 Jahren besteht, ist sie für die Verhältnisse eines MPI noch relativ klein. Sie umfasst neben den wissenschaftlichen Mitarbeitern
derzeit auch 7 Diplomanden und 5 Doktoranden. Aufgrund der Vielzahl an Forschungsthemen hat man oft die Möglichkeit, an Messkampagnen in verschiedenen Ländern (z. B. Schweden, Italien, Brasilien) teilzunehmen und eine Vielzahl interessanter Leute kennen zu lernen.

März 2005