Im Inneren des Neutrons

Von Michael Seimetz, Physikstudent

Warum Physik?

Die Entscheidung für ein Physikstudium habe ich in der Oberstufe des Gymnasiums gefällt. An den sehr guten Physik- und Mathematik-Leistungskursen hat mich fasziniert, wie einfach man die Natur mithilfe von Gleichungen beschreiben kann. Lediglich die Wahl des Studienorts hat mich etwas Zeit gekostet. Die Entscheidung für Mainz ist mir letzten Endes dennoch leicht gefallen, wobei eine gute Beratung und die relative Nähe zu meinem Heimatort ausschlaggebend waren.

Wie war das Studium?

Von Anfang an habe ich die vielfältigen Möglichkeiten sowohl der Uni als auch der Stadt sehr genossen. Was die Vorlesungen angeht, fand ich eine ausgewogene Mischung aus Pflichtprogramm, das mir unnötiges Herumprobieren erspart hat, und „Kür“. Letztere beschränkte sich anfangs eher auf fachfremde Angebote aus der Biologie oder Sprachkurse, die Studenten aller Fächer offen stehen. Im Hauptstudium hatte ich aber auch in der Physik die Gelegenheit, mal in verschiedene Richtungen zu schnuppern. Das Auslandssemester in Glasgow/Schottland war das beste von allen und hat mich um sehr viele Erfahrungen bereichert. Natürlich gab es auch Veranstaltungen, auf die ich, im Nachhinein betrachtet, hätte verzichten können. Aber es fiel nicht schwer, zusammen mit ein paar Freunden den Frust darüber mit dem einen oder anderen Bier herunterzuspülen.

Der Weg zum „Doktor“

Schon in der Schule hat mich die Welt der Elementarteilchen, über die ich in Zeitschriften und Büchern gelesen habe, interessiert. Eine sehr gute Hauptstudiumsvorlesung
und zwei phantastische Monate als Sommerstudent am DESY in Hamburg haben mich vollends für diese Fachrichtung begeistert. Praktisch, dass mit dem  Elektronenbeschleuniger MAMI ein hervorragendes Labor gleich auf dem Mainzer Campus liegt. In einer international besetzten Arbeitsgruppe habe ich meine Diplomarbeit angefertigt, die nahtlos in die Doktorarbeit überging. Dort fand ich die Möglichkeit, ein Experiment von A bis Z – das heißt von Planung und Aufbau des Detektors über Datennahme und -analyse bis hin zum fertigen Ergebnis – durchführen und mehrfach darüber auf in- und ausländischen Konferenzen vortragen zu können. Dabei habe ich im Endeffekt etwas über die Verteilung elektrischer Ladungen im Inneren des Neutrons herausgefunden. In Zukunft möchte ich mich weiter mit ähnlichen Themen beschäftigen und gehe dafür zunächst als Postdoktorand nach Frankreich.

März 2005