Gutenberg Lecture Award für Eugene Demler

Harvard-Professor zu Gast bei der Graduiertenschule MAINZ

Die Graduiertenschule "Material Science in Mainz" (MAINZ) will exzellenten Studierenden aus dem In- und Ausland eine herausragende Ausbildung für eine erfolgreiche Karriere in Wissenschaft, Forschung und Industrie ermöglichen sowie die Mainzer und rheinland-pfälzische Wissenschaft weltweit sichtbar machen. Vor diesem Hintergrund vergibt MAINZ am Donnerstag, 16. November 2006, um 15.00 Uhr im Staudinger-Hörsaal, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, zum dritten Mal den mit 10.000 Euro dotierten "Gutenberg Lecture Award" an einen international renommierten Wissenschaftler, der auf dem Gebiet neuer funktionaler Materialien forscht.

Mit Prof. Dr. Eugene Demler erhält einer der jüngsten Hochschullehrer am Physics Department der renomierten Harvard Universität in Cambridge, Massachussets, die Auszeichnung. Gerade einmal drei Jahre nach seiner Promotion zu Hoch-Temperatur-Supraleitern in der Gruppe von S. C. Zhang an der Stanford Universität, machte ihn Harvard 2001 zum Assistant-Professor. Nach nur drei weiteren Jahren folgte der Ruf auf eine permanente Professur. Demlers Arbeitsgebiet ist die Theorie stark korrelierter Quantensysteme, angefangen von Hoch-Temperatur-Supraleitern und Quanten-Antiferromagneten über Quanten-Hall-Systeme bis hin zu stark wechselwirkenden, ultrakalten atomaren Quantengasen. Internationale Anerkennung erlangte Demler bereits durch Forschungsarbeiten während der Promotion. Seine Veröffentlichungen mit Zhang zur Theorie der resonanten Neutronenstreuung und zu mikroskopischen Mechanismen von Hoch-Temperatur-Supraleitern zählen zu den viel zitierten Arbeiten dieses Gebietes. Es folgten wichtige Beiträge zu Quanten-Hall-Systemen, unter anderem zusammen mit S. Das Sarma, und zu Spin-Ordnungsübergängen in Supraleitern mit S. Sachdev. In jüngster Zeit hat Demler sein Forschgungsgebiet mit großem Erfolg auf die Theorie stark wechselwirkender atomarer Quantengase erweitert. Seine Untersuchungen zu Korrelationseffekten atomarer Quantengase in optischen Gittern insbesondere zur Hoch-Temperatur-Superfuidität fermionischer Atome in Gitterpotentialen und verschiedene Vorschläge zur kontrollierten Manipulation von Spinaustauschwechselwirkungen sowie zum Nachweis von Vielteilcheneffekten mittels Rauschkorrelationsmessungen haben ihm großes internationales Ansehen auf diesem Gebiet verschafft.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Johannes Gutenberg-Universität, Prof. Dr. Jörg Michaelis, wird Prof. Dr. Immanuel Bloch vom Institut für Physik und Leibniz-Preisträger 2005 die Laudatio halten. Es wird ein Vortrag des Preisträgers zum Thema "Strongly correlated quantum systems: From electronic materials to cold atoms" folgen.