Luftballonwettbewerb: 100 freundliche Finder senden Karten zurück

Insgesamt 1000 Besucherinnen und Besucher gaben beim diesjährigen Wissenschaftsmarkt Prognosen über das Ziel ihres Luftballons ab. Unterstützung erhielten sie dabei von Vorhersagen zur aktuellen Flugbahn.

30.11.2006

(FB) "Lernen Sie, wie Computer das Wetter berechnen, warum es manchmal gut geht und manchmal weniger gut und haben Sie Spass bei einem Spiel, bei dem Sie möglichst genau erahnen sollen, wohin Ihr Ballon fliegen wird …" So lautete die Einladung der Meteorologinnen und Meteorologen zum Ballonwettbewerb “Vom Winde verweht …” auf dem Wissenschaftsmarkt 2006.

Für Wetterforscher ist ein Ballonwettbewerb keine reine Glückssache mehr. Denn hier bestimmt nicht die Entfernung, welche die Ballone zurücklegen, den Sieger, sondern es geht um eine möglichst genaue Vorhersage: Anhand der aktuellen Vorhersagen von Wind und Wetter lassen sich mögliche Flugbahnen berechnen und damit wahrscheinliche Fundorte benennen. Mit etwas Glück wird der Ballon dann tatsächlich gefunden und die Antwortkarte mit Fundort zurückgesandt. Wer bei seiner Vorhersage dem tatsächlichen Fundort am nächsten kommt, gewinnt.

Am Stand von Prof. Dr. Heini Wernli und seinem Team wurden Wettervorhersagen benutzt, die mit Hilfe von Hochleistungs-Computern vom Deutschen Wetterdienst jeden Tag berechnet werden. Mit sogenannten Trajektorien kann die Flugbahn von mit Helium gefüllten Ballonen näherungsweise berechnet werden. Da sich die Wettersituation von Stunde zu Stunde ändert, ergeben sich je nach Startzeitpunkt des Ballons andere mögliche Fundorte …

Alle diese Informationen konnten die Besucherinnen und Besucher beim Wissenschaftsmarkt auf bereitgestellten Rechnern abfragen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Physik der Atmosphäre halfen beim Erahnen der möglichst guten Ballontrajektorie und gaben Hintergrundinformationen zu den Computermodellen, mit denen das Wetter für Stunden und Tage im voraus weltweit berechnet wird. Sie erzählten auch von ihren Forschungsprojekten und warum die Berechnung von Trajektorien, das heisst der Bewegung von Luftpaketen, für viele wichtige Fragen zu Wetter und Klima sehr nützlich sein kann.

1000 Luftballone waren bereits am Samstag Nachmittag auf ihren Weg geschickt worden.  Von ca. 10 Prozent ist bekannt, dass sie gefunden wurden, da ihre Finder so freundlich waren, die Antwortkarte an das Institut für Physik der Atmosphäre zurückzusenden. Die bisher letzte Karte wurde am 21.11.2006 - nach 73 Tagen - in einem recht guten Zustand am Bahnhof in Gustavsburg gefunden.

Vorhersagen und Fundorte

 Platz  Der Ballon wird landen in  Der Ballon ist gelandet in Entfernung zwischen vermutetem und tatsächlichem Fundort  Entfernung des Fundortes von Mainz
 1  Wiesbaden  Wiesbaden  0   9,38
 2  Mainz-Mombach  Wiesbaden-Schierstein  5   9,38
 3  Bad Sobernheim  Daubach  7,49  53,63

> Liste mit allen Vorhersagen und Fundorten (pdf)

 

   Fundorte der Luftballone
   Flugbahnberechnung, 09.09.2006, 10.00 Uhr
   Flugbahnberechnung, 09.09.2006, 14.00 Uhr
   Flugbahnberechnung, 09.09.2006, 17.00 Uhr