Universität Mainz im Bundesexzellenzprogramm erfolgreich

Drei Graduiertenschulen in der zweiten Runde

(Mainz, 12. Januar 2007, gie) Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist mit Anträgen für drei Graduiertenschulen in der zweiten Runde der „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder“ erfolgreich: Mit ihrer Bewerbung um die Graduiertenschulen „Precision at the femto scale: the key to new physics (FEMTO), „Graduate School of Cultural and Social Studies“ und „Material Science in Mainz (MAINZ)“ ist der Universität der Sprung in die engere Wahl gelungen. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Runde, in der nur ein Antrag diese Hürde übersprungen hatte. Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates haben heute entschieden, dass die Universität vollständige Anträge auf die Einrichtung dieser Graduiertenschulen stellen darf. „Über diesen Erfolg freuen wir uns sehr“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. med. Jörg Michaelis, „dass zwei Anträge aus dem Bereich Physik/Chemie die Hürde genommen haben, bestätigt gerade im Hinblick auf die starke Konkurrenz die internationalen Positionierung unserer Mainzer Naturwissenschaftler. Besonders erfreulich ist auch, dass die Kultur- und Sozialwissenschaften sich im Wettbewerb erfolgreich behauptet haben. Darüber hinaus bekräftigt die Entscheidung der Gutachter unsere herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung.“

Insgesamt waren bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft Antragsskizzen für 118 Graduiertenschulen eingegangen; 44 Anträge sind jetzt in die engere Wahl gekommen, darunter die Graduiertenschulen „Precision at the femto scale: the key to new physics (FEMTO)“, „Graduate School of Cultural and Social Studies“ und „Material Science in Mainz (MAINZ)“.

Präzision auf der Femtoskala: der Schlüssel zu neuer Physik

Die Graduiertenschule der Exzellenz „Precision at the Femto scale: the Key to New Physics (FEMTO)“ (Koordination: Prof. Dr. Lutz Köpke, Prof. Dr. Hartmut Wittig) bietet ein einzigartiges Studienprogramm für Doktoranden in den traditionell besonders starken Forschungsgebieten an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an. Der Name FEMTO leitet sich aus der typischen Längeneinheit subnuklearer Phänomene her (1 Femtometer = 10-15 m) und symbolisiert die Bedeutung fundamentaler Kräfte für das Verständnis der Phänomene von den kleinsten Abständen hin zu kosmologischen Distanzen. Das Promotionsstudium ist eingebettet in Projekte zur Erforschung der fundamentalen Fragen, die das Universum, die Struktur der Materie und die fundamentalen Kräfte betreffen und gemeinsam in den Forschungsfeldern Kern- und Elementarteilchenphysik, sowie Atomphysik und Kernchemie, bearbeitet werden. Das Ziel ist die Erforschung der fundamentalen Kräfte von den niedrigsten zu den höchsten Energien, durch komplementäre experimentelle Methoden. Diese umfassen sowohl Experimente an Hochenergiebeschleunigern als auch Messungen an ultrakalten Neutronen oder Atomfallen. Die experimentellen Arbeiten sind eng mit entsprechender Forschung in der theoretischen Physik und Mathematik verbunden.

Graduiertenschule der Kultur- und Sozialwissenschaften

Die „Graduate School of Cultural and Social Studies“ (Koordination: Prof. Dr. Walter Bisang) bestätigt die Forschungsleistungen der Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität Mainz, die gekennzeichnet sind durch ihre starke Konzentration auf miteinander verbundene Gebiete der Medien- und Sozialwissenschaften sowie durch eine Reihe international bekannter Forschungsinstitutionen. Aus dieser Konstellation interdisziplinärer Zusammenarbeit bildeten sich die folgenden vier Schwerpunkte heraus: Interkulturalität und sozialer Austausch, Transformation von Staatlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Mediatisierung der Gesellschaft, Räume des Wissens und der Macht. Das Hauptziel der Graduiertenschule besteht darin, diese Schwerpunkte, die schon in sich interdisziplinär sind, zu einem einzigartigen transdisziplinären Netzwerk zu verbinden, das hervorragenden Doktoranden neue Perspektiven eröffnet und der Forschung an der Universität Mainz eine neue Qualität verleiht. Dieses Netzwerk wird vervollständigt durch einschlägiges Fachwissen über die Basis der Erkenntnisgewinnung, des Erklärens und des Verstehens in diesen Forschungsgebieten.

Materialwissenschaften in Mainz

Die Graduiertenschule „Material Science in Mainz (MAINZ)“ (Koordination: Prof. Dr. Claudia Felser) war in der ersten Auswahlrunde des Wettbewerbs nur knapp gescheitert und hat sich nun in der zweiten Runde erneut qualifiziert. Im Mittelpunkt dieses Exzellenzzentrums steht das Design neuer funktionaler Materialien, Materialien mit neuen Eigenschaften wie es beispielsweise auch Supraleiter sind. Von den kleinsten Bausteinen der Materie bis zu den angewandten Materialien, von der grundlegenden Theorie zur praktischen Entwicklung, von der modernen Atomphysik zur Chemie: hochqualifizierte Nachwuchsforscher aus dem In- und Ausland werden hier die Möglichkeit haben, mit einem breit gefassten, interdisziplinären Ansatz zu forschen und zu promovieren. Wissenschaftliches Ziel der Graduiertenschule ist es, Theorien aufzustellen, die die Entwicklung neuer funktionaler Materialien möglich machen. Die Grundlage dafür ist das Verständnis, wie komplexe Materie funktioniert. Durch den interdisziplinären Ansatz und die wissenschaftliche Kooperation insbesondere auch mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung wird erwartet, dass sich auf dem Gebiet der Materialwissenschaften neue zukunftsweisende Forschungsansätze und –felder eröffnen.

Mit der heutigen Entscheidung sieht sich die Johannes Gutenberg-Universität in einer guten Ausgangsposition dafür, im Bundeswettbewerb weiterhin erfolgreich zu bestehen. „Alle Wissenschaftler sind hochmotiviert, sich in dieser Konkurrenz national und international zu positionieren“, so der Präsident, „jetzt werden wir alle Kräfte darauf richten, für diese Graduiertenschulen den endgültigen Zuschlag zu erhalten. Eingebettet in unser universitätsweites mehrstufiges Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches können die jetzt ausgewählten Exzellenzprojekte sich gegenseitig stärken und eine Ausstrahlung auf die gesamte Universität entfalten."