Erfolgsmodell Sportinformatik

Zum 6. International Symposium of Computer Science in Sport trafen sich Anfang Juni in Calgary über 150 Wissenschaftler aus 23 Ländern und 5 Kontinenten. Themenschwerpunkte der Veranstaltung waren Modellbildung und Simulation, Biomechanik und Technologie, Spiel- und Trainingsanalyse, Datenbanken und Expertensysteme sowie Internet und Medien.

(FB 25.06.07) Gestartet wurde die Veranstaltungsreihe 1997 von Prof. Dr. Jürgen Perl, Institut für Informatik. Das inzwischen ständig steigende Interesse an der Thematik wird überzeugend durch die Tatsache belegt, dass bereits heute die Tagungsorte und -termine bis 2013 ausgebucht sind und Wartelisten für Zusatzveranstaltungen bestehen.

Die Erfolgsstory des Wissenschaftsgebietes Sportinformatik bzw. Computer Science in Sport ist kurz und eindrucksvoll:
Ein 1989 von Prof. Jürgen Perl und Dr. Hans-Jürgen Schröder erstmals als "Versuchsballon" durchgeführter Workshop über "Sport & Informatik" hatte so große Resonanz, dass die Veranstaltung bereits 1990 wiederholt wurde und seitdem im 2-Jahres-Rhythmus in Deutschland angeboten wird.

1995 wurde "Sportinformatik" als neue Wissenschaftsdisziplin in das Spektrum der Sportwissenschaft aufgenommen und als eigene Sektion in die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) integriert.

Bereits 1997 wurde das erste internationale Symposium zum Thema Computer Science in Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln (DSHS) durchgeführt. Wieder war die Resonanz ausgezeichnet und führte zu Folgeveranstaltungen zunächst in Wien (1999) und in Cardiff (2001).

In Barcelona (2003) wurde auf Initiative von Prof. Perl die International Association of Computer Science in Sport (IACSS) gegründet, die seitdem die Veranstaltungen organisiert: Hvar/Kroatien (2005), Calgary (2007), Canberra (2009), Beijing (2011), Tokyo (2013). Auf Grund der großen Zahl von Bewerbungen um die Durchführung von IACSS-Veranstaltungen wurden zusätzliche "intermediate events" als Pilot-Veranstaltungen mit jeweils eigenständigen Ausrichtungen eingeplant: Pre-Olympic Congress in Nanjing (2008), South-East-Asia Conference in Tokyo (2010) und Pre-Olympic Congress in London (2012).

Ein wesentlicher Aspekt der internationalen Kommunikation besteht in der Etablierung von Kooperationen und joint-venture-Initiativen. Beispiele für die z.T. vertraglich präzisierten Kooperationen sind die mit der International Association of Sport Information (IASI) und der International Federation of Information Processing (IFIP) sowie eine von der DFG geförderte Workshop-Reihe der Gesellschaft für Informatik (GI) in Dagstuhl.

Eine weitere erfreuliche Auswirkung dieser internationalen Kommunikation besteht in der Anpassung und Weiterentwicklung der von der IACSS betreuten Themenbereiche Modellbildung und Simulation, Biomechanik und Technologie, Spiel- und Trainingsanalyse, Datenbanken und Expertensysteme sowie Internet und Medien. So werden 2008 in China technologische Aspekte stärker betont werden, während 2009 in Australien wohl mathematisch-strukturelle Modelle und sportpraktische Orientierungen einen Schwerpunkt bilden werden.
 
Das Institut für Informatik und die Universität Mainz sind an dieser Entwicklung auch repräsentativ beteiligt: Prof. Perl, Gründungspräsident von 2003 und 2005 als Präsident wiedergewählt, wurde dieses Jahr in Calgary zum Ehrenpräsidenten der IACSS ernannt. Nicht zuletzt seine zahlreichen internationalen Kontakte und Einladungen zu Forschungsaufenthalten und Summerschools (u.a. nach Österreich, Spanien, England, Brasilien, Kanada, China, Japan, Australien) bewirken, dass das Institut für Informatik und die Universität Mainz in einer aufstrebenden Wissenschaftsdisziplin internationale Aufmerksamkeit wecken und das Image von Innovationsfähigkeit verstärken.

Es ist zu erwarten, dass durch die Berufung von Prof. W. I. Schöllhorn, Mitglied des Boards der IACSS, an das Institut für Sportwissenschaft der Anteil der Universität Mainz an der internationalen Entwicklung der Sportinformatik zukünftig auch im sportwissenschaftlichen Bereich intensiviert werden wird.