Tag der Lehre 2008: Auszeichnung für fünf Dozentinnen und Dozenten sowie zwei Lehr-Projekte der Uni Mainz

Autorensystem für virtuellen Unterricht in der Physik und Freitagskonferenz zum Dolmetschen unter Konferenzbedingungen gewinnen im Exzellenzwettbewerb

(PM 22.04.08) Das Votum der Studierenden hat für sie gesprochen: Fünf Dozentinnen und Dozenten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhalten dieses Jahr den Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Zudem sind im Exzellenzwettbewerb Studium und Lehre des Landes zwei Projekte der Mainzer Uni als Sieger hervorgegangen. Beim Tag der Lehre 2008 konnten die Gewinnerinnen und Gewinner am Dienstag im Landesmuseum Mainz ihre Preise in Empfang nehmen. "Wir freuen uns mit Ihnen über diese Auszeichnung und über die Wertschätzung, die Ihre Studentinnen und Studenten Ihnen damit zum Ausdruck gebracht haben", gratulierte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, den Preisträgern. Er wies darauf hin, dass die Universität im Rahmen ihres Qualitätsprogramms um stetige Verbesserungen in Studium und Lehre bemüht ist und versucht, die Rahmenbedingungen so gut wie irgend möglich zu gestalten – bei knapp 35.000 Studierenden eine beträchtliche Herausforderung. "Die heutige Preisverleihung aber spiegelt allein den individuellen Einsatz der einzelnen Dozentinnen und Dozenten beziehungsweise der Projektverantwortlichen wider und ist ihr ganz persönlicher Erfolg", sagte der Uni-Präsident.

Die Lehrpreise Rheinland-Pfalz werden im Rahmen des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" nunmehr zum dritten Mal durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur vergeben, um herausragende Leistungen in der Lehre zu würdigen und hierdurch eine qualitativ hochwertige Lehre zu fördern. Die Preise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden nach einem Ranking ermittelt, das der Hochschulevaluierungsverbund anhand der Auswertung von Hörerbefragungen erstellt. Auf den verwendeten Fragebögen konnten die Studentinnen und Studenten besuchte Veranstaltungen, wie beispielsweise eine Vorlesung, beurteilen und benoten, indem sie zu etwa 30 einzelnen Punkten ihre Wertung abgaben.

Ausgezeichnet wurden bei den rheinland-pfälzischen Universitäten in der Fächergruppe Gesellschafts-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie Sport; Kultur-, Sprach- und Geisteswissenschaften, Kunst und Musik sowie Theologie drei Mitarbeiter der Uni Mainz:

  • Hanna Kaspar, M.A.
    Fachbereich 02 – Sozialwissenschaften, Medien und Sport
    Institut für Politikwissenschaft
  • Prof. Dr. Stephan Füssel
    Fachbereich 05 – Philosophie und Philologie
    Institut für Buchwissenschaft
  • Dr. habil. Dörte Andres
    Fachbereich 06 – Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
    Abteilung für Französische und Italienische Sprache und Kultur

Bei den Universitäten gingen in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Informatik sowie Medizin zwei Preise an Mitarbeiter der Uni Mainz:

  • Dr. med. habil. Christine Espinola-Klein
    Fachbereich 04 – Medizin
    II. Medizinische Klinik und Poliklinik

  • Prof. Dr. Heini Wernli
    Fachbereich 08 – Physik, Mathematik und Informatik
    Institut für Physik der Atmosphäre

Der ebenfalls jährlich stattfindende Exzellenzwettbewerb Studium und Lehre des Landes Rheinland-Pfalz wurde vom Bildungsministerium im April 2006 erstmals ausgeschrieben. Mit dem Wettbewerb ist insbesondere das Ziel verbunden, innovative Konzepte zu fördern, die aus dem Alltagsgeschehen herausragen und die Lehre voranbringen. Die Auswahl unter den eingereichten Anträgen trifft eine Jury, die sich aus jeweils drei Expertinnen bzw. Experten aus dem Bereich Bildungs- und Hochschulforschung, Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulleitungen sowie studentischen Vertreterinnen und Vertretern zusammensetzt. Die jeweils mit bis zu 50.000 Euro - in besonderen Fällen bis zu 100.000 Euro - dotierten Preise werden für maximal drei Fachbereiche pro Jahr unter den rheinland-pfälzischen Hochschulen verliehen. Zwei davon gingen dieses Jahr an die Johannes Gutenberg-Universität.

Für preiswürdig befunden wurde das "Autorensystem zur Entwicklung eines webbasierten virtuellen Labors", eingereicht vom Fachbereich Physik, Mathematik und Informatik. Das Projekt versucht, E-Learning-Konzepte in breitem Umfang für die Lehre im Fach Physik einzuführen. Es soll interaktive virtuelle Darstellungen insbesondere in den extremen Größenbereichen der Physik, also dem submikroskopisch Kleinen und den kosmischen Größen- und Geschwindigkeitsbereichen, ermöglichen. Auch die "Freitagskonferenz" des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim wurde prämiert. Die Freitagskonferenz ist eine eineinhalb bis zweistündige sprach- und institutsübergreifende, mehrsprachige Lehrveranstaltung, die jeden Freitag stattfindet und allen Studierenden im Bereich Übersetzen und Dolmetschen offen steht. Examenskandidatinnen und -kandidaten können hier Simultandolmetschen unter realen Konferenzbedingungen üben und erhalten im Anschluss daran ein Feedback.