"Die Millennium-Preisprobleme des Clay Mathematical Institute" oder "Vom Mathematiker zum Millionär"

Zweiter Vortrag in der Reihe "Universität im Rathaus" zum Wissenschaftsjahr der Mathematik

Im Jahr 2000 schrieb das renommierte Clay Mathematics Institute in Boston jeweils eine Million US-Dollar für die Lösung von insgesamt sieben mathematischen Problemen aus. Zwei dieser Probleme, die Yang-Mills-Theorie und Navier-Stokes-Gleichungen, stellt Univ.-Prof. Dr. Volker Bach vom Institut für Mathematik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Dienstag, 25. November, vor. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe "Universität im Rathaus" im Ratssaal des Mainzer Rathauses statt.

Die 1954 von Chen Ning Yang, Physik-Nobelpreisträger von 1957, und Robert L. Mills aufgestellte Yang-Mills-Theorie wird zur Beschreibung der starken und schwachen Wechselwirkung herangezogen. Die beiden Physiker entwickelten ein System zur Beschreibung von Elementarteilchen mit Strukturen, wie sie auch in der Geometrie verwendet werden. Im Bereich der Physik wurden die Vorhersagen der Yang-Mills-Theorie bereits in einer Vielzahl von Experimenten bestätigt, die mathematische Basis hingegen ist noch unklar.

Unabhängig voneinander formulierten George Stokes und Claude Navier bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grundlage des heute unter dem Begriff der Navier-Stokes-Gleichungen bekannten Systems von nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen. Diese Gleichungen bilden die allgemeinste Form der Bewegungsgleichungen für ein zähes, Newton'sches Fluid. Als Grundgleichungen der Strömungsmechanik könnte ihre mathematische Lösung viele praktische Anwendungen nach sich ziehen, wie zum Beispiel bei der Wettervorhersage oder der Berechnung der optimalen Haltung eines Skirennfahrers.

"Universität im Rathaus" ist ein gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stadt Mainz. Seit über 20 Jahren dient der Universität dieses Forum als Brückenschlag vom Campus in die Stadt. Der Bevölkerung einen Einblick in die vielfältigen Facetten der unterschiedlichsten Disziplinen von 2.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken zu geben, ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe.

"Universität im Rathaus 2008/09" wird in Kooperation mit der Allgemeinen Zeitung durchgeführt.

 

Die nächsten Vorträge in dieser Reihe

Veranstaltungsort: Rathaus, Ratssaal, jeweils 20 Uhr.

Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

2. Dezember 2008

Unternehmensdaten der amtlichen Statistik: Geheimhaltung versus wissenschaftliche Nutzung - Betrachtung aus der Perspektive eines Datenangreifers

Prof. Dr. Rainer Lenz, Mathematik und Informationsmanagement, Fachhochschule Mainz

9. Dezember 2008

Seifenblasen und andere Extreme

Univ.-Prof. Dr. Manfred Lehn, Institut für Mathematik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

20. Januar 2009

Mathematik im Alten Ägypten

Juniorprof. Dr. Annette Imhausen, Institut für Mathematik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

27. Januar 2009

Emmy Noether: Symmetrien in Mathematik und Physik

PD Dr. Margarita Klaus, Institut für Mathematik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

3. Februar 2009

Hauptsatz der Algebra

Univ.-Prof. Dr. Theo de Jong, Institut für Mathematik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz