Klares Forschungsprofil: Universität konzentriert Forschungsaktivitäten in exzellenten Bereichen

Der Fachbereich Physik, Mathematik und Informatik ist am Forschungszentrum "Elementarkräfte und mathematische Grundlagen" und dem Forschungsschwerpunkt "Rechnergestützte Forschungsmethoden in der Naturwissenschaft" maßgeblich beteiligt



Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Profilbildung in der Forschung hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz im Juni dieses Jahres eine Forschungsinitiative gestartet. In diesem Rahmen hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ihre besonderen Stärken und Alleinstellungsmerkmale in der Forschung identifiziert und in fünf interdisziplinär ausgerichteten Forschungszentren sowie in sieben weiteren sogenannten Forschungsschwerpunkten konzentriert. "Mit der Forschungsinitiative verbessert das Land im engen Zusammenwirken mit den Universitäten die Rahmenbedingungen für exzellente Spitzenforschung und Nachwuchsförderung. Für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz bedeutet dies, dass wir ihre Position im nationalen wie internationalen Kontext weiter stärken", erklärte die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen, anlässlich der Präsentation der neuen Forschungszentren und Forschungsschwerpunkte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 2. Dezember 2008.



An zwei dieser Projekte ist der Fachbereich Physik, Mathematik und Informatik maßgeblich beteiligt: am Forschungszentrum "Elementarkräfte und mathematische Grundlagen" sowie dem Forschungsschwerpunkt "Rechnergestützte Forschungsmethoden in der Naturwissenschaft". Das Zentrum "Elementarkräfte und mathematische Grundlagen" basiert auf den besonderen Stärken der Mainzer Forschung auf den Gebieten Elementarteilchen-, Kern- und Atomphysik sowie Mathematik und Kernchemie. Der interdisziplinäre Forschungsansatz des Zentrums: die Erforschung der Struktur der Materie, der Entwicklung des Universums und der fundamentalen Kräfte von den niedrigsten bis zu den höchsten Energien. Der Forschungsschwerpunkt "Rechnergestützte Forschungsmethoden in der Naturwissenschaft" basiert auf dem dritten Standbein naturwissenschatlicher Forschung neben den klassischen Bereichen Theorie und Experiment: der numerischen Simulation. Gerade bei komplexen Systemen sind eine angepasste Formulierung der Problemstellung, der Entwurf geeigneter Approximationen und Algorithmen sowie die Entwicklung und Handhabung dazu passender Hochleistungs-Rechnerarchitekturen von zentraler Bedeutung. Hinzu kommt der Umgang mit großen, auf den ersten Blick oft unstrukturierten Datenmengen sowie die Visualisierung und Interpretation der erzielten Ergebnisse. Ziel dieses Forschungsschwerpunkts ist daher die Förderung entsprechender Projekte im Spannungsfeld zwischen Informatik und Mathematik auf der einen Seite und Physik, Chemie, Geowissenschaften und Biologie auf der anderen Seite.



Mit der Forschungsinitiative 2008 bis 2011 will die Landesregierung die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der vier rheinland-pfälzischen Universitäten stärken. Sie bekommen zunächst von 2008 bis 2011 zusätzlich zur Grundfinanzierung Landesmittel zur Forschungsförderung in Höhe von insgesamt über 64 Millionen Euro. Die Forschungszentren, Forschungsschwerpunkte und das Gutenberg Forschungskolleg der Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden mit insgesamt über 34 Millionen Euro gefördert, das sind 53 Prozent der Mittel, die den Universitäten mit der Forschungsinitiative zusätzlich zufließen. "Der Wechsel von einer antragsbezogenen jährlichen Förderung zu einer Förderung auf der Grundlage von Zielvereinbarungen baut die Autonomie der Hochschulen aus, schafft Planungssicherheit und entlastet die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von aufwendigen Antragsverfahren", so Ahnen.

 

Förderung in drei Stufen

Das Konzept der Forschungsinitiative sieht drei aufeinander abgestimmte Förderstufen vor. In Stufe I setzt jede Universität einen Teil ihrer Mittel z.B. aus der Hochschulfinanzierung des Landes dafür ein, die Grundfinanzierung von Drittmittelprojekten sicherzustellen, eine Anschubfinanzierung neuer Forschungsprojekte zu ermöglichen und diejenigen Arbeitsgruppen zu fördern, deren Forschungsziele dem fachlichen Universitätsprofil besonders entsprechen. Auf der mittleren Stufe unterstützt das Ministerium gezielt Forschungsschwerpunkte, die ein besonderes Entwicklungspotential besitzen und über ein integriertes Forschungskonzept und Pläne zur koordinierten Einwerbung von Drittmitteln verfügen.



In der dritten Stufe fördert das Land exzellente Forschungszentren. Diese sind zum Teil aus den Clustern und Graduiertenschulen hervorgegangen, die im rheinland-pfälzischen Wettbewerb des Programms "Wissen schafft Zukunft" oder durch Teilnahme an der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder identifiziert worden seien. "In diesen Zentren konzentrieren sich exzellente, international sichtbare Arbeitsgruppen auf ein interdisziplinäres Forschungsziel", sagt die Ministerin.

 

Fünf Forschungszentren und sieben Forschungsschwerpunkte

Im Rahmen dieser Forschungsinitiative hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz fünf Forschungszentren und sieben Forschungsschwerpunkte eingerichtet, die sich national und international im Spitzenfeld der Forschung verankern sollen. Dieser Profilbildungsprozess in Wissenschaft und Forschung steht unter Federführung des Gutenberg Forschungskollegs (GFK) - einer interdisziplinären, mit Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern besetzten Einrichtung, die das Präsidium in strategischen Entscheidungen zur Entwicklung der Universität berät.



Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Professor Dr. Georg Krausch, begrüßt daher die Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz als wichtige Investition in die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Rheinland-Pfalz: "Unsere Universität nutzt die Mittel aus diesem Programm, um ihre strategischen Ziele weiter zu verfolgen und ihr Forschungsprofil zu schärfen. Insbesondere werden wir die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Universitätsmedizin und der naturwissenschaftlichen Fachgebiete stärken. Ziel bleibt, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz als moderne Forschungsuniversität zu positionieren, die in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft eine ihrer Größe und Leistung entsprechende Bedeutung und Sichtbarkeit besitzt."