"Emmy Noether: Symmetrien in Mathematik und Physik"

Margarita Kraus referiert im Rahmen der "Universität im Rathaus" über Leben und Wirken der Mathematikerin Emmy Noether

Emmy Noether wurde 1882 in eine gut situierte jüdische Familie geboren. Sowohl ihr Vater als auch ihr jüngerer Bruder waren Mathematiker. Als 1903 erstmalig Frauen an bayerischen Universitäten zum Studium zugelassen wurden, immatrikulierte sich Emmy Noether in Erlangen. Dort promovierte sie nur vier Jahre später. Bereits in ihrer Habilitationsschrift von 1918 stellte Noether eine Beziehung zwischen Symmetrien - also geometrischen Eigenschaften - und Erhaltungsgesetzen in der Physik her. Damit lieferte sie einen entscheidenden wissenschaftlichen Beitrag sowohl für die Mathematik als auch für die Physik. Als ihr 1933 die Nationalsozialisten ihre Lehrerlaubnis entzogen, emigrierte sie auch aufgrund ihrer jüdischen Abstammung in die Vereinigten Staaten von Amerika. Hier lehrte sie Mathematik und Physik unter anderem an der Universität Princeton. Sie starb an den Komplikationen einer Unterleibsoperation im Alter von nur 53 Jahren im US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania. Als Mathematikern zählt Emmy Noether zu den Begründern der modernen Algebra. Das sogenannte Noether-Theorem entwickelte sich im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Grundlagen der Physik. In Anerkennung ihrer Leistung in Wissenschaft und Forschung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ein Emmy Noether-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses etabliert.

In ihrem Vortrag "Emmy Noether: Symmetrien in Mathematik und Physik" stellt Privatdozentin Dr. Margarita Kraus vom Institut für Mathematik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Dienstag, 27. Januar, sowohl die wissenschaftliche Arbeit Emmy Noethers vor als auch die Persönlichkeit der Frau und Jüdin vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe "Universität im Rathaus" im Ratssaal des Mainzer Rathauses statt. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen. Beginn ist um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

"Universität im Rathaus" ist ein gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stadt Mainz. Seit über 20 Jahren dient der Universität

dieses Forum als Brückenschlag vom Campus in die Stadt. Der Bevölkerung einen Einblick in die vielfältigen Facetten der unterschiedlichsten Disziplinen von 2.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken zu geben, ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe.

"Universität im Rathaus 2008/09" wird in Kooperation mit der Allgemeinen Zeitung durchgeführt.

Der letzte Vortrag in dieser Reihe:

Veranstaltungsort: Rathaus, Ratssaal, jeweils 20 Uhr.

Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

03. Februar 2009

Hauptsatz der Algebra


Univ.-Prof. Dr. Theo de Jong, Institut für Mathematik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz