Informatik braucht Geschichte – Weizenbaum-Film in Mainz

Der Dokumentarfilm „Weizenbaum. Rebel at Work.“ wird erstmals an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz präsentiert: Am 1. Dezember 2009 um 18.00 Uhr wird der Film auf Einladung des Instituts für Informatik im Neuen Hörsaalgebäude Naturwissenschaften gezeigt und schließt damit die Feierlichkeiten anlässlich „1984 – 2009: 25 Jahre Mainzer Informatik“ und das Mainzer BarCamp ab. Nach der Filmvorführung findet eine Diskussion mit den beiden deutsch-österreichischen Filmemachern statt.

Von Joseph Weizenbaum heißt es, er habe das Geschichtenerzählen in die Wissenschaft zurück gebracht. Im Film erzählt der Informatikpionier, der unter Informatikern zur Kultfigur geworden ist, sein Leben in Anekdoten und Exkursen. Amüsiert berichtet er, wie er eines Tages zum Full Professor am renommierten Massachusetts Institute of Technology ernannt wurde und wie es zu „ELIZA” kam, seinem wohl bekanntesten Beitrag auf dem Gebiet der Informatik. Leider ist Joseph Weizenbaum im letzten Jahr 85-jährig verstorben, sonst hätte es gut zu ihm gepasst, sich mit Laptop und iPod unter die Teilnehmer des BarCamps zu mischen.

Der unabhängig entstandene Film tourt abseits des Kinobetriebs seit drei Jahren durch Hörsäle und Medienkunstfestivals, anfangs war Weizenbaum oft dabei. Dieses mobile Digitale Kino im Hörsaal bietet immer viel Raum für Fragen und Diskussionen, die gerade Weizenbaum mit seinen polarisierenden Thesen provoziert. Der Film und sein Protagonist fordern eine kritische Streitkultur, die seit jeher den Pulsschlag akademischen Lebens ausmacht.

„Wir haben den Film als kulturellen Abschluss unserer 25-Jahre-Feier nach Mainz eingeladen, weil er die Bedeutung der Geschichte der Informatik so eindringlich vermittelt und Denkanstöße hinterlässt. Er schließt fast nahtlos an das Mainzer BarCamp an, dessen Motto für den Film wie für die Diskussion gleichermaßen gilt: Keine Zuschauer, nur Teilnehmer!”, sagt Prof. Dr. Herbert Göttler, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Informatik. Die Veranstaltung findet bei freiem Eintritt statt.

Die Website zum Film bietet viele zusätzliche Materialen zum Download: www.ilmarefilm.org