Materialwissenschaften rücken näher zusammen

JGU verstärkt Kooperation mit der Université de Bourgogne in Dijon

18.02.2010

Die Graduiertenschule "Materials Science in Mainz" (MAINZ) wird auf dem Gebiet der Materialwissenschaften künftig enger mit der Partneruniversität in Dijon zusammenarbeiten. Als erstes gemeinsames Projekt findet vom 21.-27. Februar ein internationaler Workshop mit Winterschule zum Thema Photoemission in Dijon statt. "Der Workshop ist unsere erste gemeinsame Veranstaltung, der in den nächsten Jahren noch viele weitere folgen werden", so Dr. Mark Bajohrs, wissenschaftlicher Koordinator der Graduiertenschule MAINZ. "Aber auch der Austausch von Doktoranden wird durch die engere Kooperation neue Impulse bekommen." Die Graduiertenschule MAINZ wurde 2007 in der Exzellenzinitiative des Bundes bewilligt und zählt aktuell knapp 100 Doktorandinnen und Doktoranden.

Ein Partnerschaftsabkommen zwischen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Université de Bourgogne in Dijon besteht bereits seit 1976. Dies wurde jetzt durch eine Zusatzvereinbarung erweitert, die in den Materialwissenschaften eine engere Zusammenarbeit vorsieht. Daran beteiligt sind auf Mainzer Seite die beiden Fachbereiche Physik, Mathematik und Informatik sowie Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden, vorrangig der Graduiertenschule MAINZ. Auf Seiten Dijons sind die UFR Sciences et Techniques und die Ecole d’ingenieurs ESIREM der Université de Bourgogne beteiligt. "Wir freuen uns sehr, dass wir die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Dijon auf dem wichtigen Gebiet der Materialwissenschaften ausbauen konnten. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass Kooperationen und ein reger Gedankenaustausch den Forschungsarbeiten neue Anregungen verleihen und vielleicht auch das ein oder andere Gemeinschaftsprojekt hervorbringen. Alle Beteiligten werden aber auf jeden Fall vom Einblick in die jeweils andere Kultur und engeren nachbarschaftlichen Beziehungen profitieren", erwartet der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch.

Im Einzelnen erstreckt sich das Zusatzabkommen auf den Austausch von Doktoranden für einen Zeitraum von jeweils 3-6 Monaten, auf deren Betreuung und auf gemeinsame Lehrveranstaltungen wie Sommerschulen und Workshops. Außerdem sollen Konsortien zur Beantragung von Projekten bspw. bei EU-Ausschreibungen gebildet werden. Zu der ersten gemeinsamen Veranstaltung im Rahmen dieser Zusatzvereinbarung, der bevorstehenden Winterschule "Photoemission" in Dijon, werden 20 Teilnehmer aus Mainz und jeweils 15 aus Frankreich bzw. aus anderen Ländern erwartet. Sie werden sich in Dijon mit einer Technik befassen, die seit Einsteins Erklärung des photoelektrischen Effekts im Jahr 1905 ein wichtiges Werkzeug zur Erforschung der Materie ist und in den letzten zwei Jahrzehnten wieder ein Revival erlebt hat: die Photoemissionsspektroskopie.