Dreifach geehrter Klimaforscher

Meinrat Andreae erhält dritte Ehrung dieses Jahr


19.03.2010

Am 19. März erhält Prof. Meinrat Andreae bereits seine dritte Ehrung in diesem noch jungen Jahr: den Ehrendoktor der Universität Gent. Der Direktor der Abteilung Biogeochemie des Max-Planck-Institutes für Chemie in Mainz war bereits Anfang des Jahres zum Honorarprofessor der Universität Mainz berufen worden und kurz zuvor zum Fellow der angesehenen Amerikanischen Assoziation für die Förderung der Wissenschaften ernannt. Alle drei Institutionen ehren den Beitrag des Umweltforschers zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen Biosphäre, Atmosphäre und Ozeanen und deren Einfluss auf das Klima.

Die Universität Mainz führte den Reigen der Ehrungen an: Mit der Ernennung zum Honorarprofessor am 6. Januar ehrt das Institut für Geowissenschaften einen herausragenden und auch international vielbeachteten Forscher. Seit vielen Jahren vermittelt Meinrat Andreae wesentliche Aspekte aktueller zukunftsträchtiger Geowissenschaften an die Studierenden, so das Institut in seiner Begründung und bereichert dadurch die Qualität von Lehre und Forschung an der Universität. Diese Beziehung soll durch die Ernennung noch verstärkt werden.

Prof. Andreae freut sich über die Ernennung "Ich glaube es ist äusserst wichtig für einen Forscher, den Kontakt mit der Lehre und vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu pflegen. Diese Ehrung ist für mich ein Ansporn, meine langjährige Zusammenarbeit mit der Mainzer Uni weiter zu vertiefen."

Am 20. Januar ehrte ihn die "American Association for the Advancement of Science" (AAAS), Herausgeber der führenden Fachzeitschrift "Science" auf ihrer Jahrestagung in San Diego für seinen "umfangreichen und einflussreichen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Chemie der Atmosphäre, der Ozeane und der festen Erde sowie des Klimas."

Am 19. Januar setzt die Universität Gent den vorläufigen Schlusspunkt: Sie verleiht ihm den Titel des Ehrendoktors für seine Forschung über die Interaktion von Biosphäre, Ozeanen und Atmosphäre. Seine Ergebnisse helfen zu verstehen, wie Pflanzen und Mikroben die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Ozeane verändern und dadurch auch das Klima der Erde, so die Begründung. Die enge Zusammenarbeit mit der Universität Gent umfasste unter anderem Feldforschung in Afrika, Israel und Brasilien. "Auf diesen Expeditionen", sagt Prof. Dr. Willy Maenhaut von der Genter Universität in seiner Laudatio "habe ich Meinrat Andreae als einen herausragenden Experimentator kennengelernt, der keine Angst hat, sich auch selbst die Hände schmutzig zu machen im Dienste der Wissenschaft."

Prof. Andreae empfindet alle drei Ehrungen, die jeweils auf einer Wahl durch Fachkollegen beruhen, als große Auszeichnung und eine Bestätigung seiner Vision einer integrierten Herangehensweise an die Erforschung der Erde. "Die veränderliche Zusammensetzung der Atmosphäre ist der treibende Faktor des Klimawandels. Menschliche Aktivitäten haben diese Prozesse unwissentlich großskalig gestört. Dadurch haben wir uns und alles Leben auf der Erde in große Gefahr gebracht. Ein grundlegendes Verständnis der chemischen und physikalischen Wechselwirkungen des Erdsystems ist die Voraussetzung, um dieses Problem lösen zu können", so Andreae.

 

Zu Prof. Dr. Meinrat O. Andreae:

Meinrat O. Andreae wurde 1949 in Augsburg geboren. Er studierte "Earth Sciences" in Karlsruhe und Göttingen. Seinen Doktor in Ozeanographie machte er im Jahre 1977 in San Diego an der Scripps Institution of Oceanography der University of California. Von 1978 bis 1987 arbeitete er an der Florida State University in Tallahassee, zuletzt als Professor für Ozeanographie. Seit 1987 ist er Direktor der Abteilung Biogeochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Außerdem hat er an verschiedenen renommierten Universitäten als Gastprofessor gelehrt. Seine Forschungsinteressen umfassen Biogeochemie, Atmosphärenchemie, Chemische Ozeanographie, Vegetationsfeuer, Interaktionen zwischen chemischen Prozessen und dem Klima und den Schwefelzyklus.

Bereits seit 1976 studiert Meinrat Andreae die Wechselwirkung der Biosphäre und der Atmosphäre mit besonderem Schwerpunkt auf atmosphärischen Aerosolen und Spurengasen. Er trug entscheidend mit dazu bei, die Rolle von Algen über die Bildung von Dimethylsulfid (DMS) für die Wolkenbildung und damit für das Klima zu klären. Diese Arbeiten lösten weltweites Interesse an der Rolle der Aerosole im Klimasystem aus, die vorher in der Diskussion über den Klimawandel kaum beachtet worden war. Er kooperiert weltweit mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Institute und ist Mitglied oder leitendes Mitglied in Steuerungs-Komitees verschiedener internationaler Großforschungsprojekte, unter anderem ist er Mit-Autor des Berichtes 4. Sachstandsberichtes des Weltklimarats. Außerdem engagiert er sich als Gutachter in verschiedenen Gremien zur Vergabe von Forschungsgeldern auf nationaler und internationaler Ebene. Er hat bisher über 400 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und verschiedene Bücher herausgegeben.