Ehrenpromotionen

Der Fachbereich Physik, Mathematik und Informatik verleiht die Ehrendoktorwürde an herausragende Persönlichkeiten und Vertreter ihres jeweiligen Fachs. Bislang wurde folgenden Wissenschaftlern diese Ehre zuteil:
2002: Prof. Dr. Sir Samuel Frederick Edwards (* 1. Februar 1928 in Swansea, Wales)
Sir Sam Edwards arbeitet im Bereich der kondensierten Materie, sein besonderes Interesse gilt der Polymerphysik, den Spin-Gläsern und der granularen Materie. 1958 führte er quantenfeldtheoretische Methoden in die statistische Physik ein. Sir Sam Edwards analysierte Systeme mit eingefrorener Unordnung (quenched disorder). Mit Philip W. Anderson stellte er 1975 den Replika-Trick vor und arbeitete über Spin-Gläser; zusammen mit R. T. Deam arbeitete er über die Gummi-Elastizität, mit D. R. Wilkinson über granulare Materie und mit R. B. S. Oakeshott über Pulver. Gemeinsam mit Masao Doi entwickelte er das Röhrenmodell für die Beweglichkeit von Polymeren. Unter anderem für die Erweiterung dieses Modells bekam Pierre-Gilles de Gennes 1991 den Nobelpreis für Physik. ... 
1994: Prof. Dr. Heinrich Leutwyler (* 12. Oktober 1938 in Bern)
Der Schweizer theoretische Physiker Heinrich Leutwyler beschäftigt sich vor allem mit Elementarteilchenphysik (Theorie der starken Wechselwirkung) und Quantenfeldtheorie. Neben Murray Gell-Mann und Harald Fritzsch war Heinrich Leutwyler wesentlich an der Herausbildung der Quantenchromodynamik (QCD) als fundamentaler Theorie der starken Wechselwirkung beteiligt. Er beschäftigte sich unter anderem auch mit der chiralen Störungstheorie, einer effektiven Theorie zur Annäherung der QCD bei niedrigen Energien. ... 
1990: Prof. Dr. Jean Brossel (* 15. August 1918 in Périgueux; † 4. Februar 2003 in Périgueux)
Die Ehrenpromotion des Physikers Jean Brossel wurde im Rahmen eines Festkolloquiums am 19. Oktober 1990 vollzogen. Jean Brossel beschäftigte sich mit Atomphysik und Quantenoptik. Bekannt ist er vor allem für seine Untersuchungen des optischen Pumpens zusammen mit Alfred Kastler (für die Kastler 1966 den Nobelpreis für Physik erhielt). Brossel und Kastler gründeten 1951 das spektroskopische Labor (Laboratoire de Spectroscopie Hertzienne) an der Pariser ENS (École normale supérieure). Eine Biographie Jean Brossels von der ENS findet sich hier.
1981: Prof. Dr. Dr. h.c. Gottfried Köthe (* 25. Dezember 1905 in Graz, † 30. April 1989 in Frankfurt am Main)
Gottfried Köthe arbeitete im Bereich der Funktionalanalysis und verfasste mehrere Arbeiten zur Ringtheorie. Er gab eine Verallgemeinerung der Wedderburnschen Strukturtheorie und den Aufbau einer systematischen Schiefkörpertheorie. Zusammen mit O. Toeplitz befasste er sich in der Theorie der linearen topologischen Vektorräume mit verschiedenen Folgeräumen und deren Matritzen. Herr Köthe war der Universität Mainz stark verbunden, erst als einer der ersten Professoren für Mathematik, später als Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät und schließlich als Rektor der Universität. Die Ehrenpromotion erhielt er am 23. Januar 1981.
1977: Prof. Dr. Helmut Wielandt (* 12. Dezember 1910 in Niedereggenen, † 14. Februar 2001 in Schliersee)
Helmut Wielandt machte sich vor allem im Bereich der Theorie der endlichen Gruppen einen Namen. Er beschäftigte sich mit Permutationsgruppen, subnormale Untergruppen und der Struktur zusammengesetzter Gruppen. Ihm ist es weitgehend zu verdanken, dass heute eine umfangreiche gruppentheoretische Schule in Deutschland besteht. Desweiteren veröffentlichte er viele Publikationen zu den Eigenwerten von Matritzen. Zwischen 1946 und 1951 war er als außerordentlicher Professor an der Johannes Gutenberg-Universität tätig.