Wissenschaftsrat empfiehlt Förderung von Forschungsneubauten in Mainz

Neubauten für Helmholtz-Institut Mainz und Paul Klein-Zentrum für Immunintervention

11.07.2011

PRESSEMITEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR BILDUNG, WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR

Der Wissenschaftsrat hat sich dafür ausgesprochen, zwei Forschungsbauten in Mainz in die Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen. Mit den Neubauten für die Zusammenarbeit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit dem GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung Darmstadt im Helmholtz-Institut Mainz und des Paul Klein-Zentrums für Immunintervention (PKZI) der Universitätsmedizin soll jeweils im Jahr 2012 begonnen werden. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 60 Mio. Euro, die der Bund durch die Aufnahme in die Förderlinie zur Hälfte übernimmt.

"Die Empfehlung des Wissenschaftsrats, diese zwei Forschungsbauten in die Förderung mit aufzunehmen ist ein deutlicher Beleg dafür, wie hoch der Wissenschaftsstandort Mainz und die Qualität der hiesigen Forschung bundesweit eingeschätzt werden. Hervorragende Forschung braucht auch hervorragende Arbeitsbedingungen. Diese werden in Mainz durch die beiden hochmodernen Forschungsbauten einmal mehr gegeben sein", freute sich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Die Empfehlung des Wissenschaftsrats sei ein weiteres Resultat der unübersehbaren aktuellen Dynamik in der rheinland-pfälzischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft. Sie verwies beispielhaft auf die Erfolge der Universitäten in Mainz und in Kaiserslautern bei der Vorentscheidungsrunde in der bundesweiten Exzellenzinitiative, auf die Eröffnung des Gebäudes für das Institut für Molekulare Biologie (IMB) in Mainz, das seinen Betrieb aufgenommen habe, auf die Aufnahme des Thrombosezentrums an der Universitätsmedizin Mainz in den Kreis von insg. acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) bundesweit. Hierzu gehöre auch der Erfolg gleich zweier Cluster, an denen rheinland-pfälzische Forscherinnen und Forscher mitwirken, die in die Endrunde des dritten Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewählt worden seien.

Neubau für die Zusammenarbeit der JGU mit dem GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung Darmstadt im Helmholtz-Institut Mainz

Der Neubau, in das das Helmholtz-Institut Mainz einzieht, wird in unmittelbarer Nähe der Institute für Kernphysik, Physik und Kernchemie erstellt. "Wir freuen uns sehr, dass das Helmholtz-Institut Mainz auf unserem Universitätscampus die ihm angemessene Unterbringung und Ausstattung erhält", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, "nach den Neubauten Physikalische Chemie, Kernchemie und Kernphysik ergänzt dieses neue Gebäude in hervorragender Weise die Infrastruktur in unseren forschungsstarken Bereichen, deren exzellente Forschungsqualität in der Exzellenzinitiative auch die Anerkennung der Gutachterkommission gefunden hat. Der moderne Neubau bietet somit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie ihren Mitarbeitern, die für die hohe Reputation dieses Forschungsfeldes stehen, in ihrer national und international herausragenden Arbeit beste Rahmenbedingungen." In Vollbesetzung werden 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Struktur, Symmetrie und Stabilität von Materie und Antimaterie forschen und dazu beitragen, unter der Leitung von Institutsdirektor Univ.-Prof. Dr. Frank Maas (GSI) und Vizedirektor Univ.-Prof. Dr. Achim Denig (JGU), den Wissenschaftsstandort Mainz zum nationalen Leuchtturm im Bereich der Hadron- und Kernphysik auszubauen. Der Neubau soll eine Hauptnutzfläche von 3.600 qm haben.

Das Helmholtz-Institut Mainz (HIM) ist eine gemeinsame Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und hat am 1. Juli 2009 seine Arbeit aufgenommen. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die Institute der Mainzer Universität für Kernphysik, Physik und Kernchemie haben bereits zuvor schon seit vielen Jahren auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten zusammengearbeitet. Die Einrichtung eines dauerhaften Instituts als gemeinsame Forschungsplattform eröffnet erstmalig die Möglichkeit, die enge Zusammenarbeit strategisch auf eine langfristige Perspektive und auf gemeinsame Leuchtturmprojekte in der laufenden Forschung auszurichten.

Paul Klein-Zentrum für Immunintervention (PZKI)

Die Universitätsmedizin Mainz plant die Errichtung des Paul Klein-Zentrums für Immunintervention (PZKI). Ziel ist es, eine Forschungsstruktur zur schaffen, in der die Ergebnisse immunologischer Grundlagenforschung zu ineffizienten Immunantworten bei malignen und chronisch infektiösen Erkrankungen in immuntherapeutische Anwendungen umgesetzt werden. "Die Universitätsmedizin Mainz freut sich sehr über die Empfehlung des Wissenschaftsrates, die zu einer Stärkung des Wissenschaftsstandortes Mainz führen wird. Mit der Errichtung des Paul Klein-Zentrums für Immunintervention (PKZI) gewinnen wir ideale Voraussetzungen, um unsere bereits vorhandene Expertise in der anwendungsorientierten immunologischen Forschung zu bündeln und auszubauen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Prof. Dr. Guido Adler. "Die Immunologie ist einer unserer Forschungsschwerpunkte, daher sehen wir im PKZI auch eine wichtige Chance, die Nachwuchsgruppen dieses Schwerpunkts in ein entsprechendes thematisch und methodisch ausgerichtetes Umfeld zu integrieren und so das Forschungsfeld zu stärken." Er zeigte sich überzeugt, dass die geplante enge Kooperation mit Instituten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf dem Campus die Voraussetzungen für die Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs in den Lebenswissenschaften, insb. jene mit immunologischem Fokus, weiter verbessern werde.

Der Neubau, der mit einer Forschungsfläche von ca. 4.300 qm in direkter Nachbarschaft zu den immunologisch ausgerichteten Instituten und Kliniken auf dem Campus der Universitätsmedizin in den Jahren 2012-2015 errichtet werden soll, bietet Arbeitsplätze für rd. 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie technisches Personal. Innerhalb der Forschungsflächen sind 500 qm für Nachwuchsgruppen reserviert.