Univ.-Prof. Dr. Kurt Aulenbacher

Professor für Beschleunigerphysik

Kurt Aulenbacher, 1963 in Birkenfeld geboren, studierte Physik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und schloss sein Studium 1988 mit Auszeichnung ab. Nach seiner Promotion am Institut für Physik der JGU wurde er Fellow am CERN in der Schweiz, wo er an der CLIC-Test Facility an neuartigen Beschleunigerkonzepten forschte. Im Jahr 1997 übernahm er eine Stelle als akademischer Rat, später akademischer Direktor, am Institut für Kernphysik der JGU. Hier war er mit der Aufgabe betraut, den Mainzer Elektronenbeschleunigerkomplex weiterzuentwickeln, mit dessen Potenzial für die universitäre Forschung er sich bereits während seines Studiums vertraut gemacht hatte. Im Jahr 2007 habilitierte sich Aulenbacher an der JGU mit einer Arbeit über die "Erzeugung intensiver hochpolarisierter Elektronenstrahlen mit hoher Symmetrie unter Helizitätswechsel". Gemeinsam mit Andreas Jankowiak erarbeitete er ab 2007 die Konzeption des neuartigen energierückgewinnenden supraleitenden Beschleunigers MESA (Mainz Energy-recovering Superconducting Accelerator). Dieser wird durch das Exzellenzcluster PRISMA (Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter), gefördert im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, finanziert und befindet sich derzeit in der Aufbauphase.

Zum 1. Mai 2013 wurde Kurt Aulenbacher als Universitätsprofessor auf Lebenszeit an das Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz berufen. Zudem übernimmt er die Leitung der Sektion "Accelerators and integrated detectors" (ACID) am Helmholtz-Institut Mainz (HIM). Neben der Errichtung von MESA gilt sein Hauptaugenmerk der Entwicklungsarbeit für einen supraleitenden Ionenbeschleuniger sowie der FAIR Experimentieranlage am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Sein Forschungsschwerpunkt, die Beschleunigerforschung, ermöglicht ihm dabei, an der Schnittstelle zwischen Universitäts- und Großforschung zu agieren und somit die Vorteile beider Seiten zu vereinen.

Wissenschaftlicher Werdegang

Mai 2013

Berufung zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit an das Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2007-2013
Privatdozent am Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2007
Habilitation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Titel der Habilitationsschrift: "Erzeugung intensiver hochpolarisierter Elektronenstrahlen mit hoher Symmetrie unter Helizitätswechsel"

1997-2013
Leitung der Arbeitsgruppe B2 (Spinpolarisierte Strahlen) und Leitung der Fachgruppe Strahlenschutz am Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

1995-1996
Fellow am CERN, Genf, Schweiz Mitarbeit an der CLIC Test Facility (CTF-II)

1992-1995
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

1994
Promotion ("magna cum laude") an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Titel der Dissertation: "Eine Quelle longitudinalpolarisierter Elektronen für das MAMI-Beschleunigersystem"

1988
Diplom in Physik (mit Auszeichnung) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

  • Beschleunigerphysik
  • Spinpolariserte Strahlen und Polarimetrie
  • Paritätsverletzende Elektronenstreuung  

Publikationen (Auswahl)

K. Aulenbacher, I. Alexander and V. Tioukine
The polarimetry chain for the P2 experiment;
Nuovo Cim. C   035N04, 186 (2012)

K. Aulenbacher, M. Dehn, H.-J. Kreidel, R. Heine and R. Eichhorn
Status of the Mainz ERL-facility MESA,''
ICFA Beam Dyn. Newslett. 58 145. (2012)

K. Aulenbacher
Polarized beams for electron accelerators;
Eur. Phys. J. Special Topics 198, 361 (2011)

K. Aulenbacher
Status of polarized lepton-ion colliders,
Journal of Physics: Conference Series Volume 295 012003 (2011)

K. Aulenbacher
Opportunities for parity violating electron scattering experiments at the planned MESA facility, Hyperfine Interactions, 200 3-7 (2011)