Frauenförderung in den Naturwissenschaften: Erfolgreicher Abschluss der 6. Staffel

Mentoring-Programm des Ada-Lovelace-Projekts feiert mit positiver Bilanz den Abschluss der 6. Runde

10.12.2014

Nach einem umfangreichen, intensiven Jahresprogramm haben die 24 Absolventinnen des Mentoring-Programms in den Naturwissenschaften zusammen mit ihren Mentorinnen und Mentoren sowie den Verantwortlichen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) am Dienstag ihren Abschluss gefeiert. Die Teilnehmerinnen nahmen ihre Zertifikate von den Dekanen bzw. dem Prodekan der beteiligten Fachbereiche Prof. Dr. Reinhard Höpfner, Prof. Dr. Hans Zischler und Prof. Dr. Dirk Schneider entgegen. Die Physikerinnen, Chemikerinnen und Biologinnen konnten 2014 an 15 Seminaren teilnehmen und sich in Bewerbungstraining, Projektmanagement und Selbstmarketing weiterbilden. Das „Ada-Lovelace-Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen in Naturwissenschaften und Mathematik 2014“ legte zudem neue Angebote auf, um den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen – 21 Doktorandinnen, 2 Postdocs und eine Masterstudentin – nachzukommen.

Ziel des Ada-Lovelace-Mentoring-Programms für Nachwuchswissenschaftlerinnen in MINT-Fächern ist es, die beruflichen und persönlichen Potenziale von Nachwuchswissenschaftlerinnen zu fördern und zu erweitern. Im Rahmen des Programms steht eine erfahrene Person (Mentorin) einer jüngeren, weniger erfahrenen Person (Mentee) unterstützend und beratend zur Seite. Die Seminare und Coachings bilden die zweite Säule des Programms.

„Frau & Karriere – Faktoren für einen erfolgreichen Berufsweg“ lautet der Titel einer Studie der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP), die Dr. Ingrid Vollmer als Autorin bei der Abschlussveranstaltung vorstellte. In ihren Empfehlungen zur Steigerung von Frauen in Führungspositionen spricht sich Ingrid Vollmer auch für Mentoring-Programme in Unternehmen aus. Ein Mentoring-Tandem der 6. Staffel, Dr. Alexandra Schulz von Roche Mannheim und Tanja Kromm, Doktorandin der Biochemie, berichteten von ihren Erfahrungen und dem gegenseitigen Austausch.

Austausch, Beratung, Informationen und Kontakte sind die wesentlichen Pfeiler des ALP-Mentoring-Programms, das mittlerweile von etwa 30 unterschiedlichen Unternehmen vom klassischen Chemiekonzern über den öffentlichen Sektor, universitäre und forschungsnahe Einrichtungen bis zu Firmen aus den Bereichen Medien und Bildung sowie Non-Profit-Organisationen unterstützt wird. Darunter sind auch Mainzer Unternehmen wie Werner & Mertz und die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Mainz.

Projektleiterin Heike Ettischer schätzt die wertvollen Hinweise und Tipps, die die Mentorinnen und Mentoren aus ihren Unternehmen an die Mentees weitergeben. Als ein Highlight dieses Jahres führten die Mentorinnen von Procter & Gamble erstmals ein Präsentationsseminar am Firmensitz in Schwalbach durch und die Mentees hatten zudem die Gelegenheit, bei Laborbesuchen einen Einblick in Forschung und Entwicklung zu erhalten.

Im Seminarprogramm kamen neue Themen sehr gut bei den Teilnehmerinnen an, die auch entsprechenden Bedarf signalisiert hatten: „Arbeiten im Team“, „Verhandlungen erfolgreich führen“ und „Auf Führung vorbereiten“ sind etwa neue Module. In Zusammenarbeit mit dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit konnte ein „Bewerbungsmappencheck“ angeboten werden.

„Die Teilnehmerinnen, die aus der Universität, dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung und dem Helmholtz Institut Mainz kommen, waren sehr froh über Informationen zu den Anforderungen in der Arbeitswelt und den Umgang damit“, sagte Heike Ettischer und dankte damit gleichzeitig den Mentorinnen und Mentoren, die diese Brücken von der akademischen Welt in den Berufsalltag bauen.

Das Mentoring-Programm für Absolventinnen und Doktorandinnen in MINT-Fächern gibt es in dem landesweit verankerten Ada-Lovelace-Projekt nur an der Universität Mainz. Es wird gefördert vom Europäischen Sozialfonds und den Fachbereichen Physik, Mathematik, Informatik und Chemie, Pharmazie, Geowissenschaften sowie Biologie der Universität Mainz.