Ausgezeichnete Abschlussarbeiten

Mit der Auszeichnung junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und künstlerischer Talente ehrt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) am DIES ACADEMICUS alljährlich hervorragende Dissertationen und künstlerische Abschlussarbeiten aus dem gesamten Fächerspektrum der Universität.

Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Fachbereich 2020/2021

DAAD-GÖBEL FOUNDATION SCHOLARSHIP FÜR INTERNATIONALE STUDIERENDE IM FACH PHYSIK

JIYOUNG KIM

"Solving the conundrum of theoretical physics with various approaches is fascinating me. I am especially interested in quantum gravity and physics beyond standard models. The Master of Science in Physics Program at JGU Mainz is a valuable opportunity for me and the best way to bring me a step closer towards my goal to become an insightful physicist. With my experiences, I will soon be able to help new international students to adapt to the new environment at JGU Mainz." Jiyoung Kim

 

KALUDIA GNYLA

"Already during my bachelor`s degree, I knew I wanted to direct my educational path towards Germany. The whole organization and attitude towards students, specifically treating them as potentially future scientists, convinced me that Germany is the right place to continue my education and career. I am looking forward to actively participating in the academic and student life at JGU." Klaudia Gnyla, B.Sc.

 

FORSCHUNGSFÖRDERPREIS DER FREUNDE DER UNIVERSITÄT MAINZ E.V.

DR. ERIC MADGE: Phenomenology of New Physics Models at Colliders and in Gravitational Waves

Gravitationswellen sind kleine Schwingungen der Raumzeit, die vor wenigen Jahren erstmals experimentell nachgewiesen wurden. Eric Madges Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie man diese neuartigen Daten nutzen kann, um nach neuer Physik zu suchen. Dabei hat er die Gravitationswellen berechnet, welche von bestimmten Modellen für dunkle Materie vorhergesagt werden und mit Suchen nach neuen Teilchen in Beschleuniger-Experimenten wie dem LHC am CERN kombiniert. Dies eröffnet einen neuen Weg für zukünftige Suchen nach dunkler Materie sowie für andere offene Fragen der fundamentalen Physik. Prof. Dr. Pedro Schwaller

 

PREIS DER DRS. ELKE UND RAINER GÖBEL-STIFTUNG

DR. SIMON FELTEN: Log Toroidal Families

Dr. Simon Felten gelang es in seiner Promotion nachzuweisen, dass sich Hodgezahlen für Entartungsräume definieren lassen. Hodgezahlen sind fundamentale Kenngrößen zum Studium von kompakten komplexen Mannigfaltigkeiten. Diese wiederum sind in der Geometrie insgesamt von fundamentaler Bedeutung. Die berühmte und bis heute ungelöste Hodgevermutung aus den 1930er Jahren hat ebenfalls mit diesen Zahlen zu tun. Hodgezahlen für Entartungsräume haben Anwendung beim Studium von Spiegelsymmetrie, einer tiefliegenden Dualität, welche von mathematischen Physikern in den frühen 1990ern entdeckt wurde. Die Ergebnisse von Simon Felten haben außerdem neue Methoden eröffnet, um komplexe Mannigfaltigkeiten zu konstruieren und zu klassifizieren. Dr. Helge Ruddat

 

WILHELM UND ELSE HERAEUS DISSERTATIONSPREIS

DR. STEFAN BAUMGART: Effective Field Theories for Physics Beyond the Standard Model

Das Standardmodell der Teilchenphysik beschreibt die Konstituenten der uns bekannten Materie und die Kräfte, die zwischen diesen Teilchen wirken, mit beeindruckender Genauigkeit. Dennoch bleiben einige Fragen offen, insbesondere die nach dem Ursprung der dunklen Materie im Universum und nach der Erklärung der Naturkonstanten. Um diesen Rätseln auf den Grund zu gehen, sucht man weltweit nach Hinweisen auf eine „neue Physik“ jenseits des Standardmodells. Die Dissertation von Stefan Baumgart leistet auf diesem wegweisenden Gebiet Pionierarbeit. Es ist ihm gelungen, einen modellunabhängigen Formalismus zu entwickelt, mit dessen Hilfe sowohl die Zerfälle bisher unentdeckter Elementarteilchen als auch deren virtuelle Beiträge (als Quantenfluktuationen) zu hochpräzisen Messungen an Teilchenbeschleunigern theoretisch berechnet und analysiert werden können. Univ.-Prof. Dr. Matthias Neubert

 

PROFESSOR HERMINGHAUS-PREIS

DR. MARIIA FILIANINA: Electric field-induced strain control of magnetism in in-plane and out-of-plane magnetized thin films

Frau Filianina hat in einer exzellenten Arbeit gezeigt, wie man den Schaltvorgang von magnetischen Datenspeichern effizienter und damit energiesparender machen kann. Während die magnetische Speicherung von Informationen hoch effektiv und mit hoher Datendichte bei geringer Leistungsaufnahme erfolgt, benötigt das Schreiben der Daten konventionell viel Strom. Durch neuartige strom-induzierte Drehmomente, die auf relativistischen Spin-Bahn Wechselwirkungseffekten beruhen, kann die benötigte Energie für den Schaltvorgang drastisch reduziert werden. Wie in einer von Frau Filianina als Erstautorin hochrangig publizierten Veröffentlichung gezeigt, können diese Drehmomente durch elektrische Felder optimiert und damit die Schaltzeit und der Energieverbrauch minimiert werden. Univ.-Prof. Dr. Mathias Kläui