Schönheit der Mathematik

Mittwoch, 19. Mai 2010

18.15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher

Professor für Geometrie und Diskrete Mathematik, Mathematisches Institut, Justus-Liebig-Universität Gießen · Direktor des Mathematikums e.V. Gießen

im Rahmen der "Mainzer Universitätsgespräche" des Studium generale mit dem Themenschwerpunkt: DAS SCHÖNE – FORMEN UND FUNKTIONEN



Über nichts sind sich Mathematiker so einig wie darüber, dass Mathematik schön ist und auch darüber, was an der Mathematik schön ist. Wir werden uns dem Phänomen Schönheit und Ma-thematik in drei Schritten nähern, die durch folgende Aussagen charakterisiert werden können:



1. Es kommt nicht auf das Äußere an

Dabei geht es um äußere Erscheinung vs. innerer Einsicht und um das Verhältnis von konkretem Einzelfall zur Klarheit im abstrakten Modell.



2. Mathematische Schönheit basiert auf Einfachheit

Dem liegt der Traum der Mathematiker zugrunde, dass sie auch komplizierteste Phänomene ir-gendwann ″verstehen", und das heißt auf etwas Einfaches zurückführen können.



3. Was schön ist, muss auch wahr sein

Vermutete oder erahnte Schönheit gibt vielen Mathematikern auch eine Orientierung bei ihrer Arbeit.



Die Thesen werden durch zahlreiche Beispiele illustriert, zu deren Verständnis keine besonderen mathematischen Vorkenntnisse nötig sind.



Albrecht Beutelspacher hat in Tübingen Mathematik mit den Nebenfächern Physik und Philo-sophie studiert. Anschließend hat er an der Universität Mainz promoviert und habilitiert. Von 1986 bis 1988 war er im Forschungsbereich der Firma Siemens in München tätig. Seit 1988 ist er Professor an der Universität Gießen, wo er seit 2002 auch Direktor des Mathematikums ist. Für seine Bemühungen, die Mathematik zu popularisieren, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, so im Jahr 2000 den erstmals vergebenen Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und im Jahr 2008 den Hessischen Kulturpreis.

Neueste Veröffentlichung: Beutelspachers Kleines Mathematikum. Die 101 wichtigsten Fragen an die Mathematik. C.H. Beck 2010.